Am 05.06.2023 biegen wir ab in den Canal Champagne et Bourgogne, unsere einzige Möglichkeit wenn wir nicht Canal Rhone- Rhin fahren wollen.
nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Verständigung am Telefon mit unserem ‚Pflegepersonal‘, das uns ab jetzt im Canal begleiten wird erhalten wir unser Funkgerät zur Sebstbedienung der Schleusen und fahren in den Canal ein.




Das Erste das uns auffällt ist der enorme Bewuchs unter Wasser. Die ersten vier Schleusen gehen ohne Problem, dann müssen wir das erste Mal telefonieren, die Schleuse geht nicht auf. Das geht insgesamt 10 mal so, wir müssen ständig die Filter reinigen, langsam können wir es sogar bei laufendem Motor. Einen Anleger für die Nacht zu finden gestaltet sich schwierig, der erste unsere Wahl war komplett von einer großen Penische belegt, die sich auf Dauer dort eingerichtet hatte, der Zweite nicht benutzbar und der Dritte wieder belegt, schliesslich haben wir uns an eine Spundwand für Lastkähne gelegt, das Pflegepersonal meinte, das wäre in Ordnung. (Mit Pflegepersonal meinen wir die vielfach angeforderten Schleusenwärter die uns ständig betreuen müssen ; ))).



Die nächste Nacht verbringen wir in Cusey, der Anlieger ist frei und wir bekommwn Strom und Wasser. Wieder war die 5. Schleuse defekt wir mussten 40 Minuten warten.
Unser Bediengerät hat keine Batterie mehr, wir mussten einen Tag auf ein Neues warten, es muss erst wieder auf unser Schiff und unsere Daten upgedatet werden.
Es sind insgesamt 43 Schleusen bis zum Tunnel, wir fahren bei NR. 22 um 8,00 Uhr los, NR. 17 ist wieder einmal defekt nach Nr. 12. kommt Pipate
Pipape, ein sehr schöner Steg in der freien Natur, sehr einsam, nach einer halben Stunde bekamen wir besuch von einer Schar Jungvieh die sich brav in einer Reihe aufgestellt hatten, wie Kino für sie.
Der Ort selbst komplett verlassen, Bäcker, Metzger schon lange geschlossen, kein Mensch auf den Strassen, aber ein schöner alter Ort

Um 7,55 geht es los, noch 11 Schleusen bis zum Tunnel NR 6 und 5 machen wieder Probleme,
Kurze Wartezeit vor dem Tunnel, der Tunnel hat nur auf einer Seite einen Steg, an der anderen nur die blanke Tunnelrundung, der Tunnel ist fast 5 km lang, es ist kalt, im Tunnel ist Nebel und nach etwa der Hälfte fällt auch noch die Beleuchtung aus, mit unserem Scheinwerfer kann man im Nebel nichts sehen, wir tasten und mit der Taschenlampe am Rand des Steges entlang, es war der schwierigste und unangenehmste Tunnel bis jetzt, wir waren heilfroh als wir draußen waren. Angstschweiß uns frieren ist eine äußert lästige Combi.
Am 9.6. kamen wir nach Langres, ein bewirtschafteter Hafen neben einem Campingplatz, Wasser uns Strom und sehr nette Hafenmeister mit einem kleinen Gastgarten in dem es sogar ab 19. Uhr Abendessen gab, Heute Barbecue.
Der alte Ort geht extrem Steil nach oben, wir wurden vom Hafenmeister in den Ortkern gebracht, ein relativ grosser Ort mit vielen Touisten, aber wirklich schön. Wir waren sehr gut Essen in einer tollen Lage mit freier Aussicht



Über Ralampont nach Chaumont wir haben den Ort nicht besichtigt, es ist alles wie ausgestorben, aber es gab wenigstens Brot.
Der nächste Tunnel war zwar wieder so lang, aber breit, auf beiden Seiten Stege, hell beleuchtet, problemlos.



In Rouvroy lagen wir mit zwei Segler am Anleger, der Tiefgang war problematisch für die Segler.
Wir starten am nächsten Morgen im Konvoi um gegebenenfalls helfen zu können, für die Segler ist das Gras noch problematischer, da sie nur einen Motor haben und die Filter wegen kleiner Leitungen schnell verstopfen, dann bleiben sie einfach irgendwo stehen und müssen warten bis die Maschine abkühlt.
Eine Penische verzögert unsere Fahrt, wir Können zwar schliesslich überholen , wir hören aber trotzdem auf, da war ein kleiner Anleger in Roveroy sur Marne, wir hatten genug.



Über Joinville, Chamovilly, St Dizier, dort wollten wir Abwasser abpumpen, war defekt und es herrschte alle Viertelstunde ein Höllenlärm, der Militärflughafen war dicht am Ort und die Franzosen schulten die Ukrainer auf Ihre Kampfjets.
In Orcante lagen wir am Städtischen Picknickplatz, es gab sogar Strom und Wasser.
In der Nacht ging ein gewaltiger Gewittersturm über uns hinweg, am nächsten Morgen war unser Schiff übersät mit Laub und kleinen Ästen, wir waren unter jungen Bäumen, unser Nachbarn unter den Alten, mussten wir erst einmal die Äste entfernen, damit sie aus dem Boot kamen.
Die nächste Schleuse war total defekt, die Elektronik war von einem riesigen Ast zerschlagen worden, der angelieferte Kompressor lief nicht an, die Schleuse musste wie in alten Zeiten mit der Hand mühsam auf und zu gedreht werden und das Schleusenwasser auch mit Kurbeln erst gefüllt und dann wieder abgelassen werden.
Wir müssen den Wetterbericht vor dem Anlegen genauer beachten.
Nach Orcante haben wir dann endlich Lity di Francoise erreicht und damit den 2016 begonnenen Kreis geschlossen, wir fahren jetzt weiter auf der Marne. Vor der letzten Schleuse wurden wir noch ordentlich eingestaubt, es wurde gerade ein riesiges Getreidesilo abgerissen und wir mussten eine Weile vor der Schleuse warten und haben jede Menge abgekommen.
Der Hafen war 2016 schon fast zugewachsen, jetzt kommen wir nicht mehr hinein, der einzige Anleger vor dem Kanal ist mit einem Wrack belegt, sowas haben wir oft gesehen, man lässt das Schiff einfach zurück, bezahlt nicht mehr und der Hafen darf das Boot nicht entfernen.
Wir dürfen uns an einem Berufsschiff festmachen.

Wir haben es trotz Gras bis hierher geschafft, hinter uns wurde der Canale dann für diese Saison geschlossen, fraglich ob es in der nächsten eine Wiedereröffnung gibt
