Unser nächstes Ziel nach der Ausfahrt aus den Dardanellen, der Hellespond in der Illias, war die Insel Bozcaada.
Eine wirklich hübsche Insel, bekannt für Ihren Wein, im Altertum war die Burg ein Teil von Homers Troya.
Ein hübscher kleiner Hafen, viel einheimischer Tourismus, viel nette kleine Lokale. In Ermangelung eines Strandes werden die Tagescafes an der Pier einfach zum Beach Club, wenn man schwimmen will, werden die Polster aus den Sesseln entfernt.
Gegen später legte dann noch ein sehr großes Motorschiff neben uns an, die hatten einen Tankwagen bestellt, 2 mal 2000 Liter Diesel, der Rest hat dann noch für jeden gereicht, der tanken wollte.
Am nächsten Tag machten wir Station in eine Ankerbucht, sehr schönes Wasser, eigentlich nicht viel los.
Der Wind sollte um 18,00 Uhr aufhören, hat er auch, aber eine Viertelstunde später war er wieder da, mit bis zu 20 Kn.
Da wir auf sehr seichtem Grund lagen hielten wir Ankerwache , um 11,00 lies der Wind etwas nach, ich habe Karlheinz trotzdem um 12,00 Uhr abgelöst.
Die ganze Zeit, schon seit 11,00 Uhr lag ein Fischer mit laufenden Fahrtlicht an einer kleinen Boje, um 2,00 Uhr Nachts, als ich gerade beschlossen habe noch etwas zu schlafen, eine letzte Ankerkontrolle, da legt er plötzlich ab und hält volle Kraft auf unser Mittschiff zu. Mein Winken und Schreien hat er im letzten Moment gemerkt, hat das Boot auch noch kurz gestoppt, bis Ihn seine eigenen Heckwelle voll auf die Namirda geworfen hat.
Karlheinz brauchte ich dann nicht mehr wecken.
Der Fischer hat eine Runde um unser Boot gedreht, dann war er weg, wir hatten aber sein Schiffsname und seine Bootsnummer.
Der Rest der Nacht war gelaufen, Polizei und alles, der Fischer war nicht schuld und gesehen hat Er auch nichts, versichert ist er schon gar nicht, wenigsten wegen Fahrerflucht haben wir Ihn angezeigt.
Nach zwei Tagen Schockbewältigung in Kügukuju, da ist die Coast Gard stationiert und wir mussten unser Anzeigen und Protokolle dort ablegen, ging es weiter nach Ayvalik.
Impressionen aus Ayvalik
Der Meltemi hat sich eine Pause gegönnt, und so konnten wir in 3 Etappen, mit 2 Mal ankern, kurz vor dem Einsetzen der nächsten Nordwindperiode um 11 Uhr morgens in Cesme in der Marina festmachen.
Morgen versuchen wir ein Stück weiter zu kommen……
