Nach unserer Zwangspause war das Wetter dann doch wie versprochen und die Fahrt nach Zarevo war angenehm und schnell.
Wir haben einen Liegeplatz bekommen, mit Wasser und Strom, allerdings kein Trinkwasser, die Zeiten, in denen wir unsere Wasserflaschen am Hahn auffüllen konnten sind jetzt wohl vorbei. Die Ausklarierung am nächsten Morgen war völlig problemlos und wir sind danach so gegen 10 Uhr Richtung Igneada gelaufen.
Da waren wir jetzt in der Türkei, und doch nicht, wir dürfen nicht an Land. Wir sind aber nicht, wie überall beschrieben steht, von der Polizei überprüft worden, es hat niemanden interessiert, dass wir da lagen.
Baden hat uns dann aber auch nicht angemacht, das Wasser im Schwarzen Meer ist immer trüb und es schwamm auch wieder viel Müll um uns herum.

Dann kam unsere Mammut Strecke zum Bosporus. 11 Stunden haben wir gebraucht, die Wellen waren moderat und so war es nicht allzu anstrengen, wir haben vor einem kleinen Hafen geankert , direkt vor der neuesten und grössten Brücke des Bosporus

am Morgen soll man in den Bosporus einfahren, die großen Schiffe werden abwechselnd durchgeschickt und es ist einfacher, mit dem Strom zu schwimmen.
Es war Sonntag und unheimlich viel Verkehr, Ausflugsboote, Fischer, Yachten und dazu jede Menge Containerschiffe und sonstige Frachter.
Wir haben Istanbul rechts liegen lassen und sind weitergefahren bis zum Westhafen, dort waren wir angemeldet und unser Agent hat schon auf uns gewartet.
Es hat zwar wie überall in Istanbul 400 Euro gekostet, wenn man mit Agent einklariert, ohne dauert es zwei Tage und endlose Fahrten durch die Stadt , jedes Amt liegt wo anders und man muss hin und zurück, aber unser Agent war sehr nett und hilfsbereit, hat unseren Ölwechsel organisiert, Seekarten für uns besorgt, weil wir jetzt doch die Türkischen Küsten abfahren wollten und wir hatten nur Plotterkarten, keine Seekarten, versucht, uns noch ein Hafenhandbuch bis Izmir zu besorgen, hat uns eine Liegeplatz in Canakkale reserviert und unseren Ausflug nach Troja organisiert, all inclusive.
Unsere Papiere wurden abgeholt um 14,00 Uhr, und um 18. Uhr hatten wir alles erledigt, bis auf die Hafenbescheinigung und die Blue Card (muss man in der Marina 10 Lira = 2,00 Euro bezahlen, dann ist man umweltfreundlich), versteht niemand und will auch niemand sehen, braucht man aber.
Das bekamen wir alles, incl. Seekarten und Ölwechsel und tanken am nächsten Morgen und konnten uns ab jetzt für ein Jahr in der Türkei mit dem Boot frei bewegen.
Da wir diesen Aufwand betrieben haben, wollten wir unsere Freecard doch noch ein bisschen ausnutzen und nicht gleich wieder ausklarieren, dann ist nämlich alles futsch, einmal ausklariert geht alles von vorne los, ist zwar woanders billiger, aber Zeit und 200,00 Euro kostet es jedes Mal.
Also auf durch das Marmarameer Richtung Dardanellen.
Wir haben in einem Schlag auf die Asiatische Seite des Marmarameeres gewechselt und sind nach einer Nacht vor Anker bei der Insel Marmara, in die Dardanellen bis Canakkale durchgefahren. Canakkale ist eine lebendige alte Türkische Stadt mit viel Leben und vielen schönen Seiten, leider gibt es wie überall hier auch noch viel zu sanieren und es sind doch auch etliche Bausünden entstanden.
Unser Ausflug nach Troja war viel interessanter als erwartet, wir waren schon an vielen Historischen Ausgrabungen, aber es war dann doch noch etwas ganz besonders.
Das Pferd aus dem Film mit Brad Pit steht auf dem Marktplatz, und somit genau vor unserem Hafen.
Der Wind war auch wieder einmal stark bis stürmisch, wir sind erst nach 3 Nächten weitergefahren, endlich in der Ägäis.

