Bei Kehlheim sind wir in die Donau eingefahren, haben im Hafen Saal, dicht bei Kehlheim festgemacht, im Ort selbst ist das für private Schiffe nicht erlaubt.
Wir sind zu Fuß die 7 Kilometer in den Ort gewandert, haben den Ort erkundet, sind zur Siegeshalle mit der Touristen Bahn gefahren, (sehr überladen, noch schlimmer als die Walhalla), und zu Fuß den Berg wieder zur Stadt abgestiegen.
Zurück haben wir uns ein Taxi geleistet.
In Saal haben Sie uns geraten, lieber zu bleiben, die Donau hätte sehr niedriges Wasser und für unseren Tiefgang fast zu wenig. Wir könnten nur weiterfahren, wenn wir uns exakt an die Fahrwasser halten würden.
Wir sind das Risiko eingegangen und sind weitergefahren. In Regensburg haben wir uns überlegt, ob wir den Hafen direkt an der Altstadt nehmen sollten, bei diesem niedrigen Wasserstand hätten wir damit kein Problem, unter der alten Brücke durchzukommen.
Wir haben dann doch, was es sich später als sehr gut erwies, im etwas außerhalb gelegenen, von einem Verein getragenen Hafen, der Marina „Steggemeinschaft“, ganz knapp zwischen zwei Booten festgemacht.
Die Anlegestege lagen zum Teil schon auf Grund, der Wasserstand war bedenklich.
Wir haben die Gelegenheit genutzt, etwas länger zu bleiben und uns persönlich auf dem Schifffahrtsamt eine „Donaufahrerlaubnis“, sowie einigen wertvolle Tipps zu holen.
Der Beamte, der für so etwas zuständig war hatte genügend Zeit, es gibt zur Zeit nur zwei Donauwanderer, wir und ein Segelboot mit Heimathafen Pearl Harbour, Sie wollen mit Ihrem 11 Meter Boot zurück nach Hawaii.
In Regensburg konnten wir dann auch endlich unsere Donaukarten vervollständigen, die einzigen Karten, die es für Privatboote gibt sind von einem Berufsschiffer mit der Hand gezeichnet und verlegt worden.
Den letzten Teil haben wir dann zu unserem Sohn nach Wien schicken lassen, alle vorherigen Versuche, die Karten online zu Bestellen waren bis dahin nicht möglich gewesen.
Zufrieden mit unserm Erfolg haben wir dann beschlossen, noch einen weiteren Tag in unser „Marina“ zu verbringen, es war Regen angesagt und etwas mehr Wasser unter dem Kiel könnte uns nicht schaden.
Leider hat sich gezeigt, das wir jetzt sehr viel mehr Wasser unter dem Kiel hatten, als die Tage zuvor, das Wasser stieg stetig und mit einer nicht zu verachtenden Strömung fuhren wir zusammen mit etlichen grösseren Baumstämmen Stromabwärts.
Bei unserm Versuch, einmal Gegen an zu fahren kam die Namirda fast an Ihre Grenze, es wäre ein Treibstoffverbrauch der Höchstgrenze geworden.
Nach einer aufregenden Strecke haben wir dann die Erlaubnis erhalten, am Steg des Schiffahrtsamt in Deggendorf festzumachen, es war nach unseren Anrufen kein Platz in einer der zwei Marinas.
Nach zwei Stunden Liegezeit hat sich dann gezeigt, das dieser Steg vor uns im Wasser versinkt, das Hochwasser stieg stetig.
Zum Glück hat uns dann der Hafenmeister der grösseren Marina doch noch einen Liegeplatz in seiner Marina zugewiesen, dort sind wir dann am Schwimmsteg 4 Tage gelegen, um das Hochwasser vorbeiziehen zu lassen.
Die Schifffahrt wurde am 3. Tag eingestellt, die Hotelschiffe haben sich im Päckchen versammelt, sie kamen unter den Brücken nicht mehr durch.
Am 4. Tag haben wir uns dann entschlossen, da der dortige Hafenmeister meinte, es geht jetzt, loszufahren und uns mit einem abenteuerlichen Einfahrtsmanöver bei starker Strömung und Einfahrt direkt vor einer Brücke in die Marina Vilshofen zu retten.
Dort kam dann noch mehr Regen und vor allem jede Menge Treibholz, der Wasserspiegel hat aber deutlich angefangen zu sinken und wir haben uns nach zwei Tagen aufgemacht, weiter zu unserem geplanten Überwinterungshafen nach Wien.
Der Hafen Kasten war komplett verlassen, der Hafenmeister hat uns telefonisch einen Platz zugewiesen, kein Strom, kein Wasser, Liegegebühren, was wir zahlen wollten.
Später haben wir erfahren, dass der Hafen von seinem Besitzer aufgegeben wurde und sich noch keine Lösung für den Weiterbetrieb gefunden hatte.
Im ganzen wurde es dann doch schon sehr herbstlich und kühl, nach unserer Erfahrung in Kasten hatten wir schon Bedenken, das die Anlegestellen bis Wien vielleicht auch schon in den Winterschlaf gefallen sind und wir haben dann das Angebot von Franz, dem Hafenmeister in der wirklich wunderschön gelegenen Marina Schlögen, den Winter bei Ihnen zu bleiben, gerne angenommen.
Nach Wien sind wir dann mit dem Kursschiff bis Linz, und dann weiter mit der Bahn gefahren, um unser in Wien stehendes Auto zu holen.
Wir waren dann, früher als erwartet, Ende September wieder zurück in Ravensburg und haben uns den Vorbereitungen für die Weiterfahrt im nächsten Frühjahr gewidmet.

